Mit
gespanntem Blick beobachteten wir von der Tribüne den Start auf der anderen
Rennbahnseite. Jetzt konnten wir nichts mehr tun, nur noch hoffen, das
"Prinzli" alles umsetzen würde, was ihm Fränzi in den letzten Monaten gelernt
hatte.Irgendwie verstand er den für ihn fremden Wienerdialekt des Starterpersonals nicht so ganz und wollte nicht in die Startbox. Erst im dritten Anlauf gelang es, ihn zu laden. Jetzt gab der Starter das Rennen frei und die Pferde flogen aus den Boxen, "Prinzli" aber blieb etwas verwirrt als einziger in seiner Boxe stehen. |
Mit
acht Pferdelängen Startverlust schaffte er es dann doch noch aus der Startboxe.
Nun wollte er aber nichts mehr anbrennen lassen und vor dem Bogen hatte er
bereits Anschluss ans Feld gefunden. Durch den Bogen konnte er Platz um Platz
gut machen und schob sich an die vierte Stelle, wo ihn seine Reiterin vor der
langen Geraden noch ein wenig durchschnaufen liess.Auf der 800 Meter langen Zielgeraden war "Prinzli" dann nicht mehr zu bremsen und er galoppierte dem Rest des Feldes Meter für Meter davon, ohne geritten zu werden. Mit über 10 Längen Vorsprung überquerte er als überlegender Sieger die Ziellinie vor dem Favoriten "Takko El Samawi". |
"Prinzli" wusste, dass er
gewonnen hatte und er genoss den Applaus des Publikums auf dem Weg zum
Absattelplatz. Frau Fraisl, seine Reiterin strahlte vor Glück, hatte sie doch
mit ihrem letzten Ritt in der Saison noch einen Sieg errungen und damit das
österreichische Amateurreiter-Championat für sich gesichert. Beim Absteigen
klopfte sie "Prinzli" dankend auf die Schulter und sagte "Er hat es mir leicht
gemacht zu gewinnen. Ich habe noch nie einen Vollblutaraber mit einem solchen
Galopp geritten".Und so wurde aus unserem "Prinzli" von Avenches der "kleine Prinz" in Wien. Herzliche Gratulation an seinen Besitzer Urs Rubin, der mit ihm während den letzten zwei Jahren so viel Geduld hatte. Urs Aeschbacher |
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Foto: Edward Risavy, Rennbahnfotograf; www.pferderennfoto.at |